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Der Geist wirkt, wo er will

Geisteswissenschaftler zögern, wie Joseph Vogl in seiner Antrittsvorlesung an der Humboldt-Universität Über das Zaudernbereits 2007 festgestellt hat. Aber sie zögern nicht, um sich zu entziehen oder gar zu verweigern, sondern um noch einmal anders anzusetzen. Sie führen das Subjekt, die Komplexität und den Diskurs in die Wissenschaft wieder ein und erweitern damit den Alternativenraum der Fragestellung, Theorie und Methode.

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Wer spielt? Games, Gamification und Neue Wetten auf Komplexität

Games und Gamification sind in aller Munde. Games gelten gegenwärtig nicht zuletzt mit Blick auf die Programmierung sozialer Codes kontingenter Interaktion als eines der aussichtsreichsten Experimentierfelder für die Weiterentwicklung von Künstlicher Intelligenz. Und Gamification ist eine Bewegung der Einführung spielähnlicher Elemente des Wettbewerbs, der Anreize und Belohnung in spielferne Kontexte wie Arbeit, Konsum und Bildung. Im Anschluss an diese Trends kann gefragt werden, wer hier mit wem spielt.

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Das Publikum spielt mit

Nichts garantiert, dass der Abend gelingt. Aber wenn er gelingt, dann gelingt er als Arbeit sowohl der Schauspieler als auch des Publikums. Sich bewegen zu lassen, ist eine Arbeit eigener Art. Man begreift, man fühlt, man bangt, man hofft, man erschrickt, man ist erleichtert. Man sitzt in seinem Sessel und er-lebt den Abend.

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Referentielles Theater

Die Akzente verschieben sich, doch Theater bleibt Theater. Es kann mit jeder deklamatorischen Geste, die ein Publikum findet, neu gestartet werden. Hatte das Theater in der Stammesgesellschaft vor allem eine rituelle Bedeutung der Auseinandersetzung mit den Herausforderungen des Lebens, in der Antike vor allem eine reflexive Bedeutung der Befragung des komischen und tragischen Schicksals des Menschen in einer ebenso ungewissen wie gewalttätigen Gemeinschaft und in der Moderne vor allem eine repräsentative Bedeutung der Inszenierung fürstlicher und bürgerlicher Macht und Ohnmacht, so wird es in der aktuellen Gegenwart referentiell.

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Kapital, digital

Die Digitalisierung der Lebenswelt gibt Anlass, auch über das Prinzip der Kapitalrechnung noch einmal nachzudenken. Die Kapitalrechnung verdankt sich der Einführung der doppelten Buchführung, und somit verdankt sich der Kapitalismus der Unterscheidung zwischen Soll und Haben. Es ist die These der folgenden Überlegungen, dass sich mit der Digitalisierung die Chance ergibt, den Kapitalismus mit seinen eigenen Mitteln zu überwinden. Die Kapitalrechnung ist unter Bedingungen des Kapitalismus eine monetäre Engführung der Unterscheidung von Soll und Haben, deren tatsächliche Reichweite über das Feld der Ökonomie hinausreicht.

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Führung im System der Governance

Governance ist ein System der wechselseitigen Beobachtung von Organisationen. Governance ist ein System der Führung, in dem Führung darin besteht, die Abhängigkeit der einen Organisation von anderen Organisationen positiv und negativ, das heißt das eine annehmend und das andere ablehnend, zu gestalten. Governance ist ein System, das ohne die Reflexion auf die eigene Verantwortung für das Zustandekommen eines Systems nicht funktionieren würde. Ohne diese Reflexion ist Governance schlicht die neueste Variante eines Herrschaftssystems (Mayntz 2005); mit dieser Reflexion wird sie zu einer strategischen Variable der Gestaltung von Abhängigkeitsbeziehungen.

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Intuition im Kontext

Möglicherweise war der Begriff nicht glücklich gewählt, aber Henri Bergsons Verständnis der Intuition als philosophische Methode trifft einen entscheidenden Punkt. Der Mensch versteht sich nicht, wenn er nicht den kognitiven Prozessen nachgeht, die Organismus, Gehirn, Bewusstsein, Sprache und Gesellschaft weniger verknüpfen als vielmehr trennen und unbestimmt aufeinander beziehen. Es geht um Vorgänge von einer trügerischen Einfachheit, so Bergson, denen man nicht durch das Studium philosophischer Texte, sondern nur dadurch auf die Spur kommt, dass man die Welt der Objekte und die Welt des Körpers in ihrer Mannigfaltigkeit ernst nimmt und zueinander in ein Verhältnis setzt, das schon deswegen als intuitiv gelten muss, weil kein überlieferter Begriff die Sache trifft.

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