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Agilität, Hierarchie und Management: Eine Verallgemeinerung

Der Verdacht ist nicht mehr von der Hand zu weisen. Die Rangordnung ist nur ein Sonderfall der Hierarchie. Und Management ist nur ein Sonderfall von Agilität. Wir haben Anlass, unsere Systemalgorithmen umzuschreiben.

Der allgemeine Fall einer Hierarchie ist eine Ordnungsrelation. Und der allgemeine Fall von Management ist die Fähigkeit, eine Ordnungsrelation in zwei Richtungen lesen und so die Termini variieren zu können, die jeweils geordnet werden.

Doch der Reihe nach. Weiterlesen… pdf

Systems in Social Theory

There are no easy definitions of systems. Earlier definitions, such as elements constituting a whole, structures performing functions demanded (or at least tolerated) by a whole, or boundaries open with respect to energy and closed with respect to information, all involve a certain degree of ontological thinking, which suggests that systems are indeed out there. In social theory, however, dealing with systems means dealing with issues of ambiguous or equivocal communication.

Read on… University of Chicago Press

Polykontexturalität und Management im Krankenhaus

Sholom Glouberman und Henry Mintzberg haben im Jahr 2001 vier starke und einander widersprechende Kulturen des Krankenhauses identifiziert: die Kulturen der Heilung, der Pflege, des Managements und der treuhänderischen Verwaltung von Werten der Gemeinschaft. Den Zusammenhang dieser vier Kulturen beschreiben zwar gegenläufige, aber in denselben Dimensionen rechnende Orientierungen der Beteiligten an einem Oben, einem Unten, einem Außen und einem Innen der Organisation des Krankenhauses. Das daraus entstehende Schema ist identisch mit einem Vierfelderschema zur Beschreibung des Krankenhauses, das man aus Talcott Parsons’ Systemtheorie der Handlung ableiten kann, obwohl dies mit zwei etwas anders gelagerten Achsen (Ausdifferenzierung und Reproduktion) arbeitet und somit gegenüber Fragen der Hierarchisierung zunächst einmal Distanz übt. Im Anschluss daran fragt der Beitrag nach einer Erweiterung des Schemas, die auch den mächtigen Negativsprachen des Systems, den Klagen über Krankheiten, Überlastungen, Kosten und immer wieder kompromittierte Werte Rechnung trägt.

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No Admittance Except On Business

Über Marx’ Theorie des Kapitalismus aus Anlass des 150. Geburtstags des Erscheinens des ersten Bands des Kapital

Drei Sprachen hat der Literaturwissenschaftler Maurice Blanchot im Werk von Karl Marx identifiziert. In der Sprache des Philosophen schreibt Marx über jene Gesetze der Geschichte, nach denen das kapitalistische Entwicklungsstadium der menschlichen Gesellschaft so notwendig ist wie dessen Überwindung durch den Kommunismus, die endgültig humane Gesellschaft. In der Sprache des Revolutionärs bestimmt Marx seinen eigenen historischen Ort als einen Moment wenn nicht des Umsturzes des Kapitalismus in den Kommunismus, so zumindest der Gründung einer Internationale des Proletariats, die diesen Umsturz in absehbarer Zeit möglich macht. Und in der Sprache des Wissenschaftlers zweifelt Marx. Er zweifelt jedoch nicht an seinen Aussagen, sondern an der Rolle der Wissenschaft in diesem notwendigen Prozess der historischen Umwälzung.

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Europa im Widerspruch mit sich selbst

Im Vergleich der Kontinente untereinander herrscht kein Mangel an Reflexion über Europa. Swissbib, der Katalog aller Schweizer Hochschulbibliotheken, listet mit rund 121.000 Titeln fast doppelt so viele Publikationen über Europa wie über Afrika, dreimal so viele wie über Asien, sechsmal so viele wie über Australien und fast zehnmal so viele wie über Amerika.

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Vortrag auf den Thementagen „Erfindung Europa“, Schauspiel Frankfurt, Frankfurt am Main, 11. Februar 2017 blog

Die Performance in ihrem Element

Die Performance ist jene Kunstgattung, die sich die Freiheit nimmt, nicht nur Personen und ihrem Bewusstsein, nicht nur Menschen und ihren Körpern, nicht nur Gehirnen und ihren Vorhersagen, sondern ebenso Gegenständen und Atmosphären, Praktiken und Techniken, ja Lauten und Farben diese Subjektivität, diese Kunst der Verwerfung zuzurechnen, das heißt sie zu einem Du zu machen, das etwas zu sagen hat, sich aber auch verweigern kann und so nach eigenen Regeln mitzuspielen vermag.

Weiterlesen… in L. Aggermann, G. Döcker und G. Siegmund (Hrsg.), Theater als Dispositiv: Dysfunktion, Fiktion und Wissen in der Ordnung der Aufführung, Frankfurt am Main: PL Academic Research 2017

Von der Kunst, die Wirklichkeit unmöglich zu machen

“Und die Funktion von Kunst besteht für mich darin, die Wirklichkeit unmöglich zu machen – die Wirklichkeit, in der ich lebe, die ich kenne.” Diesen berühmt gewordenen Satz formulierte Heiner Müller 1977 in einem Gespräch mit Rainer Langhoff und anderen am Genfer See. Ein Jahr später arbeitet er an seinem Stück Der Auftrag: Erinnerung an eine Revolution, uraufgeführt 1980 an der Volksbühne Berlin. Es geht um das Schicksal französischer Revolutionsemissäre auf Jamaika, wo sich die revolutionären Hoffnungen zwischen “schwarzen Brüsten” erfüllen und erledigen zugleich. Was hat es mit dieser Kunst, die Wirklichkeit unmöglich zu machen, auf sich, wenn diese Wirklichkeit nicht nur jene ist, gegen die die Revolutionäre rebelliert haben, sondern auch jene, die sie selber hervorgerufen haben? Was hat es mit dieser Kunst, die Wirklichkeit unmöglich zu machen, auf sich, wenn diese Wirklichkeit eine ist, die auch die Revolutionäre zu ihrer Überraschung an sich selber erfahren?

Weiterlesen… online im Merkur 71, Nr. 813 (Februar 2017)