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Was ist noch mal Wirklichkeit?

Im Zeitalter der Blasen, der Fake News und der Post-Truth Politics stellen sich die alten Fragen neu: Was ist die Wirklichkeit? Wie überzeugt man sich von ihr? Wie überzeugt man andere von ihr? Wessen kann man gewiss sein? Was ist unbezweifelbar? Während die Philosophie des sogenannten Neuen Realismus glaubt, gegen den Konstruktivismus darauf bestehen zu müssen, dass es die Wirklichkeit wirklich gibt, wenn auch im Plural der verschiedenen Wirklichkeiten, fragen sich alle anderen, wie sie denn nun konstruiert ist, diese Wirklichkeit der Wirklichkeiten. Offenbar erschöpft sie sich nicht in der Tautologie der Wirklichkeit der Wirklichkeit, denn dann müssten wir nicht über sie reden. Ebenso wenig erschöpft sie sich in der Paradoxie der Unwirklichkeit der Wirklichkeit, denn dann gäbe es nichts, worüber wir reden können, und es gäbe uns nicht, die immerhin reden. Wie schon bei Wittgenstein spielt sich alles Entscheidende zwischen diesen beiden Polen der Tautologie und der Paradoxie ab, die nur die Extreme unseres Denkens markieren.

Weiterlesen… Merkur 71, Heft 820 (September 2017), S. 5–12

 

Die Welt will gestaltet werden

Wer sich vor dem Hintergrund des Bildungsbegriffs über den Kompetenzbegriff ärgert (F.A.Z., 12. Juli 2017), muss aufpassen, dass er das Kind nicht mit dem Bade ausschüttet. Denn es kann sein, dass in der Bemühung um eine Orientierung an Kompetenzen ausgerechnet die vornehmsten Ideen Wilhelm von Humboldts ihre Auferstehung feiern.

Weiterlesen… Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23. August 2017, S. N4 pdf

Systems Are Theory

Systems are theory. They are distinguished by observers, scientific or intellectual; and talked about with other observers. They describe a complexity, consisting of a highly integrated differentiation, established and maintained by a boundary, which selectively separates a unit from and connects it with an environment as seen by an observer. The paper looks at the history of the notion of systems from Greek and scholastic up to its peak in enlightenment era, enters the sociological reception of the notion with Auguste Comte, Vilfredo Pareto, Talcott Parsons, and Niklas Luhmann, and concludes with notes on complexity, the observer, and negation.

Read on…: Cybernetics & Human Knowing 24, 2 (2017), pp. 9–39

Mit dem eigenen Leben Zeugnis ablegen: Kirche in der nächsten Gesellschaft

Die Frage nach der Kirche in der nächsten Gesellschaft ist eine ketzerische Frage. Kann sich die Kirche der nächsten Gesellschaft von jener der modernen, der antiken und der tribalen Gesellschaft unterscheiden? Ist die Kirche „historisch“? Ist „Kirche“ nicht gerade diejenige Institution, die sich als Verweis auf und Abglanz von Gottes Reich allem Irdischen und damit auch Historischem entzieht? Muss man nicht, und nur dies möglicherweise immer wieder neu, die Botschaft Gottes als ewig gültige Botschaft, wie sie von der Kirche vertreten wird, vom Wandel des menschlichen Geschicks unterscheiden? Man ahnt die Hintertür, die wir versuchen, uns zu öffnen. Von einer Kirche zu sprechen, heißt in der Tat, von der Verkündung eines göttlichen Reiches zu sprechen, das über alle Geschichte und Evolution hinweg immer dasselbe ist, aber es heißt auch, diese Identität immer wieder neu in ein Verhältnis zu jenem historisch wandelbaren menschlichen Geschick zu setzen, auf das sich die Kirche beziehen muss, will sie das Wort Gottes verkünden.

Weiterlesen… in futur 2: Zeitschrift für Strategie und Entwicklung in Gesellschaft und Kirche 01, 2017

Komplexitätsforschung: Der imaginäre Zustand

Eine interessante Möglichkeit, Komplexität zu modellieren, stammt aus der älteren Mathematik. Der griechische Mathematiker Diophantos von Alexandria hat bereits im zweiten oder dritten Jahrhundert nach Christus vorgeschlagen, von “geordneten Paaren” von Zahlen immer dann zu sprechen, wenn mathematische Gleichungen mindestens zwei Lösungen haben, die nicht aufeinander reduziert werden können. Das ist bei imaginären Zahlen, i = √-1, der Fall.

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Komplexitätsforschung: Design Research

„Wenn jemand so ignorant ist, sich mit Komplexität auseinandersetzen zu wollen, bleibt er auch so.“ Heinz von Foersters Diktum war eindeutig. Wenn man komplexe Phänomene als Phänomene definiert, die das Verständnis des Beobachters überfordern, wie es seit Warren Weavers klassischem Aufsatz aus dem Jahr 1948 üblich ist, hilft es wenig, dem Beobachter zu raten, noch genauer hinzuschauen. Er steigert damit nur seine Überforderung.

In der Komplexitätsforschung hat dies zu drei Anschlussfragen geführt… Blog Kultur/Reflexion

A Functional Paradigm of the Human Condition

version 1.3 (June 4)

If Talcott Parsons’ paradigm of the human condition is updated with respect to (i) Niklas Luhmann’s decay structure of social systems, (ii) more recent insights into matter, life, and information and their various kinds of (causal, loose, electronic) couplings, and (iii) an understanding of George Spencer-Brown’s imaginary state as a state of indeterminacy in second-order equations able to actually couple, dissolve, and renew functional states of the human condition, then we may be able to come up with an equation describing the minimal functional structure of the human condition.

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Summary of my talk “A Society’s Algorithm” at panel “Society through the Eyes of Robots, Algorithms & AI”, International Conference “Society through the Lens of the Digital”, Schloss Herrenhausen, Hannover, May 31 to June 2, 2017, continued