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Noch nie war so viel Unkontrollierbarkeit so kontrollierbar

June 16, 2018

Was spricht also, wenn wir beide heute, am Ende des Jahres 2017, über die Wirklichkeit der letzten zehn Jahre sprechen?

Was da spricht, sind eine wachsende Faszination an der Wirklichkeit selbst, eine Sorge und eine Neugier. Die Gesellschaft, in der wir leben, setzt in einem Masse auf Vernetzung, dass der Standpunkt, von dem aus zu sprechen und zu urteilen wäre, selbst unklar wird. Mit einer standpunktrelativen Wirklichkeit haben wir jedoch trotz aller Einsichten der Relativitätstheorie noch nicht wirklich zu rechnen gelernt. (…) Welchen Standpunkt könnten wir beziehen, um nun (einen Standpunkt) einzuschätzen? Wir werden uns teuer und gleichgültig zugleich. Wie kann das gehen? Ist das nicht auch ein Grund für unsere Faszination an den Migranten? Leben sie uns nicht vor, notgedrungen, was wir freiwillig auch gerne beherrschen würden, einen Standpunktwechsel, der der eigenen Herkunft paradoxerweise nicht ungewisser, sondern gewisser wird?

weiterlesen: Boris Nikitin und Dirk Baecker im Gespräch über die Darstellbarkeit von Wirklichkeit und ihre Tücken, in: Dagmar Walser, Carena Schlewitt, Tobias Brenk (Hrsg.), Echoraum Kaserne Basel: Chronik eines Jahrzehnts, Basel: Christoph Merian Verlag, 2018, S. 78–86 link

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