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Ein garantiert unmögliches Forschungsprojekt

May 19, 2018

Wie kann man beweisen, dass es unmöglich ist, den strukturellen Reichtum der folgenden fünf Publikationen untereinander zu vergleichen, geschweige denn zu ranken?

(1) Christopher Alexander, A Pattern Language: Towns, Buildings, Constructions, New York: Oxford University Press, 1997

(2) Harald Weinrich, Textgrammatik der deutschen Sprache, 4., rev. Aufl., Hildesheim: Olms, 2007

(3) Wolfgang Stegmüller und Matthias Varga von Kibéd, Strukturtypen der Logik (Probleme und Resultate der Wissenschaftstheorie und Analytischen Philosophie, Bd III), Berlin: Springer, 1994

(4) Donald E. Knuth, The Art of Computer Programming, 5 Bde, Reading, MA: Addison-Wesley, 1969ff.

(5) Vilayanur S. Ramachandran (ed.), Encyclopedia of Human Behavior, 4 Bde, San Diego, CA: Academic Press, 1994, 2nd ed 2012

Und in welcher Sprache würde man diesen Beweis führen?

Mögliche Kandidaten (siehe auch Luhmann 2000, S. 107–109):

(1) George Spencer-Brown, Laws of Form, London: Allen & Unwin, 1969, 5. Aufl., Leipzig: Bohmeier, 2008

(2) Heinz von Foerster, Observing Systems, Seaside, CA: Intersystems, 1981; ders., Understanding Understanding: Essays on Cybernetics and Cognition, New York: Springer, 2003

(3) Gotthard Günther, Beiträge zur Grundlegung einer operationsfähigen Dialektik, 3 Bde, Hamburg: Meiner, 1976, 1979 und 1980

Und vgl. “Eine Theorie in fünf Sätzen”, Luhmann 1984, S. 394).

4 Comments
  1. PBormann permalink

    Hallo, Herr Prof. Baecker!

    ‘Vielleicht ist eine Reformulierung der Anforderung einfacher (entsprechend einer mathematischen Logik, die oftmals anstelle eines schwierigen Beweises simplere Beispiele zur Widerlegung sucht):
    “Wie kann man widerlegen, dass es möglich ist, den Strukturreichtum der Ansätze xy zu vergleichen / zu ranken?” Also: Gibt es diesbzgl. überzeugende Widerlegungsbeispiele?

    Spontan würde mir dazu das Kriterium der “Operationsfähigkeit” einfallen: Bei menschlichem Verhalten / Handeln geht es um Operationales / Operationsfähiges. Architekturmuster, Algorithmen, natürliche Grammatik- und Logikpatterns repräsentieren dagegen “Formen”, mit denen operiert wird. Sie können “nicht selbst” operieren.

    Im Übrigen: Sie könnten bspw. auch die Narrateme von Vladimir Propp (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Vladimir_Propp) zu ihrer Liste hinzufügen. Freilich überzeugt der im Wikipedia-Artikel angesprochene klassisch strukturalistische Gedanke einer grundlegenden Tiefenstruktur wohl heutzutage nicht mehr…

    Beste Grüße
    P. Bormann

  2. Michael K. permalink

    “Wie kann man beweisen, dass es unmöglich ist, den strukturellen Reichtum der folgenden fünf Publikationen untereinander zu vergleichen, geschweige denn zu ranken?”

    Indem man diesen Satz schreibt, anschließend in einer durchnummerierten Liste alle Publikationen auflistet, als eine Form von Ranking, die ihre Willkür nicht expliziert. Durch die Selektion der Publikationen und die Referenzierung eines sogenannten strukturellen Reichtums ist der Vergleich bereits immanent. Die Unmöglichkeit kommt Zustande, indem Unmöglichkeit thematisiert wird, wo sie völlig unproblematisch ist. Jeder Bezug auf die Unmöglichkeit repdroduziert die Frage nach der Unmöglichkeit, kann aber nicht die Möglichkeit des darüber Sprechens verhindern.

    So in etwa (stelle ich mir das vor).

  3. 1. Objektivität
    2. zurzeit englisch

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