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Agilität in der Hochschule

Hochschulen sind nicht dafür bekannt, den jeweils neuesten Managementmoden zu folgen. Das gilt auch für das Thema der agilen Produktentwicklung, dem ich hier dennoch einige Überlegungen widmen möchte, weil ich zum einen den Eindruck habe, dass dieses Thema auch Hochschulen dabei helfen kann, sich auf elektronische Medien und digitale Apparate einzustellen, und zum anderen vermute, dass Hochschulen in gewisser Weise immer schon agil gewesen sind. Agilität erlaubt eine Umstellung von primär vertikalen auf primär horizontale Organisationsstrukturen, von Silos auf Netzwerke. Und in Netzwerken ist die Hochschule organisiert, seit sie als akademisch orientierte Universität mit der Wissenschaft (“scientific communities”) und als praktisch orientierte Fachhochschule mit der beruflichen Praxis zu tun hat.

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In: die hochschule: journal für wissenschaft und bildung, 1/2017, S. 19–28

Mindful Design in the Humanities

I would like to propose adding teaching, humanities, and the arts to the sciences of the artificial considered by Herbert A. Simon. And I would like to first test this proposal by looking at Simon’s paradigmatic and perhaps most unlikely cases of the sciences of the artificial, namely psychology and economics, and to then look a little more closely at what it means to consider “mind”, the Geist of Geisteswissenschaften, and the “humans” the humanities both analyze and synthesize, as perfect instances of the artifacts these sciences of the artificial create and test.

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September 10–13, 2017.

Key note at the International Conference “The Ends of the Humanities”, Université de Luxembourg, September 10–13, 2017

Für einen erweiterten, sehr alten Formbegriff in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften

Jürgen Fohrmann, Germanist an der Universität Bonn und deren ehemaliger Rektor, hat auf der internationalen Konferenz „The Ends of the Humanities“ (Université Luxembourg, 10.–13. September 2017, online) eine Lanze für die Geisteswissenschaften gebrochen, indem er einen Begriff in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt hat, der mir geeignet zu sein scheint, die Situation der Wissenschaft im interdisziplinären Konzert und in der Auseinandersetzung mit den elektronischen Medien neu zu beleuchten.

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Ist Niklas Luhmanns Die Gesellschaft der Gesellschaft 20 Jahre nach ihrem Erscheinen veraltet?

Versuch einer Antwort auf eine Frage von Gerald Wagner (siehe auch seinen Artikel in der Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 27. September 2017, S. N4)

Luhmann hat mit „Die Gesellschaft der Gesellschaft“ (Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1997) einen großen Entwurf vorgelegt, die System- und Kommunikations-, Medien-, Differenzierungs- und Evolutionstheorie der Gesellschaft so “tief” zu legen, dass sie das historische Material zur Ausdifferenzierung und Reproduktion der modernen Gesellschaft erfassen und würdigen kann. Die schon in den 1970er Jahren formulierte Prämisse (siehe die Veröffentlichung des 1975er Manuskripts aus dem Nachlass: Niklas Luhmann, Systemtheorie der Gesellschaft, Berlin: Suhrkamp, Oktober/November 2017), eine Gesellschaftstheorie müsse in der Lage sein, zu beschreiben, wie die Gesellschaft durch verschiedene Systemtypen (Interaktion, Organisation, Funktionssysteme, später auch Protestbewegungen) Kontingenz rekonstruiert und Komplexitätsgefälle zur Umwelt regelt, wurde streng durchgehalten.

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Kultur als Gegenstand einer Wissenschaft vom Künstlichen

Thesen zum Vortrag „Diesseits von Geld und Geist: Wie und wozu bewirtschaftet man eine Kultur?“ auf dem Forum Europe Ruhr 2017, Essen, 7. September 2017

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Was ist noch mal Wirklichkeit?

Im Zeitalter der Blasen, der Fake News und der Post-Truth Politics stellen sich die alten Fragen neu: Was ist die Wirklichkeit? Wie überzeugt man sich von ihr? Wie überzeugt man andere von ihr? Wessen kann man gewiss sein? Was ist unbezweifelbar? Während die Philosophie des sogenannten Neuen Realismus glaubt, gegen den Konstruktivismus darauf bestehen zu müssen, dass es die Wirklichkeit wirklich gibt, wenn auch im Plural der verschiedenen Wirklichkeiten, fragen sich alle anderen, wie sie denn nun konstruiert ist, diese Wirklichkeit der Wirklichkeiten. Offenbar erschöpft sie sich nicht in der Tautologie der Wirklichkeit der Wirklichkeit, denn dann müssten wir nicht über sie reden. Ebenso wenig erschöpft sie sich in der Paradoxie der Unwirklichkeit der Wirklichkeit, denn dann gäbe es nichts, worüber wir reden können, und es gäbe uns nicht, die immerhin reden. Wie schon bei Wittgenstein spielt sich alles Entscheidende zwischen diesen beiden Polen der Tautologie und der Paradoxie ab, die nur die Extreme unseres Denkens markieren.

Weiterlesen… Merkur 71, Heft 820 (September 2017), S. 5–12

 

Die Welt will gestaltet werden

Wer sich vor dem Hintergrund des Bildungsbegriffs über den Kompetenzbegriff ärgert (F.A.Z., 12. Juli 2017), muss aufpassen, dass er das Kind nicht mit dem Bade ausschüttet. Denn es kann sein, dass in der Bemühung um eine Orientierung an Kompetenzen ausgerechnet die vornehmsten Ideen Wilhelm von Humboldts ihre Auferstehung feiern.

Weiterlesen… Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23. August 2017, S. N4 pdf