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Organisationsberatung 4.0

Frage: Wie wird die „nächste Organisationsberatung“ aussehen? (Gerhard P. Krejci, Bonusfrage, die es nicht mehr auf Gerhard Krejcis Blog schaffte)

Antwort: Die nächste Organisationsberatung wird das Thema der nächsten Gesellschaft ernst nehmen. Das heißt, sie wird sich darauf spezialisieren, die Organisation mit Maschinen zu vernetzen und die Maschinen mit Organisationen. Die Online/Offline-Differenz rückt in das Zentrum der Aufmerksamkeit. Und dies nicht etwa deswegen, weil jetzt alles maschinell und informatisch vernetzt werden müsste, sondern ganz im Gegenteil, weil laufend Entscheidungen darüber erforderlich sind, was man vernetzt und was nicht. Die Mensch/Maschine/Gesellschaft-Schnittstellen können ja nur bewältigt werden, wenn man jede Seite dieser mindestens dreiseitigen Differenz stärkt. Und “Mensch” heißt seinerseits: Körper, Bewusstsein, Sozialität, Emotionalität und Rationalität.  Wie viele Systemreferenzen sind das? Und was wissen wir über sie? Die nächste Organisationsberatung wird den Sinn für Komplexität, das heißt den Sinn für die Verschaltung dieser untereinander radikal inkompatiblen Systemreferenzen, enorm steigern müssen. Ich fürchte allerdings, dass uns die Softwareentwicklung diese Aufgabe abnehmen wird. Ich fürchte, wir haben es nur in den Jahren zwischen 1940 und, wer weiß, 2040 überhaupt mit der Chance zu tun, den Prozess der Umstellung von der modernen auf die nächste Gesellschaft, also von der Buchdruckgesellschaft auf die Informationsgesellschaft, live und in allen spannenden Problemdimensionen mitzubeobachten. Wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, schließt sich dieses Fenster der Sichtbarkeit und Beobachtbarkeit und wir werden alle “seamlessly” in die Allgegenwart des “Überallgorithmus” (Peter Glaser) eingebettet sein. Keine Ahnung, was die nächste Organisationsberatung dann noch zu tun hat. Ich vermute, dass uns lernende Computer höchst unaufdringlich darin unterstützen werden, Vernetzungen einzubauen, die wir übersehen haben, und Vernetzungen abzustoßen, die wir nicht mehr benötigen. Auf Knopfdruck (und auch ohne) werden uns diese Computer mitteilen, welchen Bedarf an personellen, monetären und materiellen Ressourcen wir für welche Arbeitsschritte, Pläne und Ideen benötigen. Und sie werden untereinander aushandeln, mit welchen Teams sich unser Team kurzschließen sollte, um diese Ressourcen gewinnbringend einzusetzen. Die nächste Organisationsberatung ist dann nur noch ein Flickern auf den Monitoren der Computer, ein blinkendes Lämpchen, das uns anzeigt, dass die Computer zu einer Entscheidung gekommen sind. Fassungslos werden wir vor den 3D-Druckern stehen und rätseln, wer oder was die Produkte benötigt, die dort gerade ausgedruckt werden. Die nächste Organisationsberatung besteht aus Therapeuten, die uns darüber beruhigen, dass die Computer schon wissen werden, was sie tun.

Die Organisation im Wandel, a never ending story

Bereits 1961 haben Tom Burns und George M. Stalker vom Londoner Tavistock Institut ihr Buch “The Management of Innovation” publiziert, in dem die Umstellung von einem “mechanischen” auf ein “organisches” Organisationsmodell popagiert und ausgearbeitet wurde. Damals ging es darum, Organisationsmodelle zu finden, die für die neu zu gründende schottische Elektronikindustrie geeignet wären. Aus den Plänen für Schottland ist nicht so viel geworden, aber das Buch enthält alle wichtigen Stichworte, die bis heute immer wieder neu diskutiert werden.

Weiterlesen, im Gespräch mit Gerhard Krejci, Zeitschrift für Organisationsentwicklung, 13. Mai 2016, online

Listening to Media in Cultural Theory, Sociology, and Management

Taking up a suggestion by Marshall and Eric McLuhan to use the metaphor of the ear rather than that of the eye when it comes to exploring media effects, the paper looks at a certain oblivion of media following their clear-sighted discovery by Aristotle.

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Paper submitted to Cybernetics & Human Knowing

Soziologie 4.0: Eine Skizze

Die Soziologie ist ein Kind der modernen Buchdruckgesellschaft. Mit dem Übergang zu einer Gesellschaft der elektronischen und digitalen Medien stehen institutionelle, strukturelle und kulturelle Selbstverständlichkeiten der modernen Gesellschaft zur Disposition, ohne dass die Soziologie bisher über eine hinreichende Tiefenschärfe in ihren Begriffen verfügt, den Umbruch von der modernen zu einer “nächsten” Gesellschaft zu beobachten und zu beschreiben.

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Eingereicht bei: Sabine Maasen und Jan-Hendrik Passoth (Hrsg.), Digitale Soziologie. Sonderband der Zeitschrift Soziale Welt, in Vorbereitung.

Von der Kunst, die Wirklichkeit unmöglich zu machen

“Und die Funktion von Kunst besteht für mich darin, die Wirklichkeit unmöglich zu machen – die Wirklichkeit, in der ich lebe, die ich kenne.” Diesen berühmt gewordenen Satz formulierte Heiner Müller 1977 in einem Gespräch mit Rainer Langhoff und anderen am Genfer See. Was hat es mit dieser Kunst, die Wirklichkeit unmöglich zu machen, auf sich, wenn diese Wirklichkeit nicht nur jene ist, gegen die die Revolutionäre rebelliert haben, sondern auch jene, die sie selber hervorgerufen haben?

Weiterlesen… Website Deutsches Theater

Manuskript zum Vortrag “Kritik, Negativität und Utopie” am Deutschen Theater Berlin, 28. März 2016.

Schlüsselwerke der Systemtheorie

2., erweiterte und neu gestaltete Auflage

Aus dem Vorwort zur 2. Auflage:

Zehn Jahre sind seit der ersten Auflage der vorliegenden Kommentare zu Schlüsselwerken der Systemtheorie vergangen. Für den langen Atem der Systemtheorie ist dies keine nennenswerte Zeit. Und doch stellt sich die Systemtheorie in den Varianten, in denen sie hier verhandelt wird, zum gegenwärtigen Zeitpunkt in meinen Augen anders dar als vor zehn Jahren.

Weiterlesen… Springer_VS

Siehe auch eine kleine Bestandsaufnahme im Vorfeld der Neuauflage… link

Oszillation 4.0

Zur Kulturform der nächsten Gesellschaft

Irgendwann müssen wir gelernt haben zu oszillieren. Doch in jedem Medium, in der Sprache (Oszillation 1.0), in der Schrift (Oszillation 2.0), im Buchdruck (Oszillation 3.0) und in den elektronischen und digitalen Medien (Oszillation 4.0) oszillieren wir anders.

Weiterlesen… soziopolis, und als pdf

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