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Was ist nochmals Wirklichkeit?

Im Zeitalter der Blasen, der Fake News und der Post-Truth Politics stellen sich die alten Fragen neu: Was ist die Wirklichkeit? Wie überzeugt man sich von ihr? Wie überzeugt man andere von ihr? Wessen kann man gewiss sein? Was ist unbezweifelbar? Während die Philosophie des sogenannten Neuen Realismus glaubt, gegen den Konstruktivismus darauf bestehen zu müssen, dass es die Wirklichkeit wirklich gibt, wenn auch im Plural der verschiedenen Wirklichkeiten, fragen sich alle anderen, wie sie denn nun konstruiert ist, diese Wirklichkeit der Wirklichkeiten. Offenbar erschöpft sie sich nicht in der Tautologie der Wirklichkeit der Wirklichkeit, denn dann müssten wir nicht über sie reden. Ebenso wenig erschöpft sie sich in der Paradoxie der Unwirklichkeit der Wirklichkeit, denn dann gäbe es nichts, worüber wir reden können, und es gäbe uns nicht, die immerhin reden. Wie schon bei Wittgenstein spielt sich alles Entscheidende zwischen diesen beiden Polen der Tautologie und der Paradoxie ab, die nur die Extreme unseres Denkens markieren.

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Manuskript zum Vortrag auf den Basler Dokumentartagen 2017, “It’s the Real Thing”, Kaserne Basel, 5. April 2017

Terror, Terrorismus, Terroristen

Die vielleicht wichtigste Unterscheidung fand der Workshop ganz zum Schluss im Vortrag von Maren Lehmann (Zeppelin Universität, Friedrichshafen): Wer nicht zwischen Terror und Terrorismus unterscheidet, verfehlt die soziologische Aufgabe, einen Terrorakt und seine vielfältigen Motiven auf der einen Seite nicht mit der gesellschaftlichen Resonanz auf diesen Akt und die vielfältige Ausbeutung dieser Resonanz durch Experten und Organisationen der Politik, der Religion und nicht zuletzt des Terrorismus selbst auf der anderen Seite zu verwechseln.

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Führungskultur an Schulen

Führung ist für die Kultur einer Organisation verantwortlich, indem sie einen Kontrapunkt setzt. Sie setzt Maßstäbe, Ziele und Rahmenbedingungen, innerhalb derer eine Organisation ihren eigenen Arbeitsstil, ihre Koordinationsmuster und, wenn ich so sagen darf, ihre „Atmosphäre“ finden kann. Die Führung entscheidet also nicht, welcher Kultur sich eine Organisation verpflichtet fühlt, sondern sie setzt innerhalb der Selbstorganisation der Organisation eine spezifische Markierung, zu der sich der Rest der Organisation in ein mal folgsames, mal rebellisches, mal gezwungenes, mal ironisches Verhältnis setzt.

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In: Schulverwaltung: Fachzeitschrift für Schulentwicklung und Schulmanagement 5, Heft 2 (2017), S. 46–48; siehe auch in: Gespräche: Das Magazin der pädagogischen Hochschule OÖ, Jänner 2017, S. 3–4.

Systemtheorie, als Philosophie

Über Claus-Artur Scheier, Luhmanns Schatten: Zur Funktion der Philosophie in der medialen Moderne, Hamburg: Meiner, 2016

Ausgangspunkte: Funktionslogik statt Formkalkül; Fremdreferenz statt Selbstreferenz; Bewusstsein nicht als psychisches System… Blog Kultur/Reflexion

Agilität, Hierarchie und Management: Eine Verallgemeinerung

Der Verdacht ist nicht mehr von der Hand zu weisen. Die Rangordnung ist nur ein Sonderfall der Hierarchie. Und Management ist nur ein Sonderfall von Agilität. Wir haben Anlass, unsere Systemalgorithmen umzuschreiben.

Der allgemeine Fall einer Hierarchie ist eine Ordnungsrelation. Und der allgemeine Fall von Management ist die Fähigkeit, eine Ordnungsrelation in zwei Richtungen lesen und so die Termini variieren zu können, die jeweils geordnet werden.

Doch der Reihe nach. Weiterlesen… pdf

Systems in Social Theory

There are no easy definitions of systems. Earlier definitions, such as elements constituting a whole, structures performing functions demanded (or at least tolerated) by a whole, or boundaries open with respect to energy and closed with respect to information, all involve a certain degree of ontological thinking, which suggests that systems are indeed out there. In social theory, however, dealing with systems means dealing with issues of ambiguous or equivocal communication.

Read on… University of Chicago Press

Polykontexturalität und Management im Krankenhaus

Sholom Glouberman und Henry Mintzberg haben im Jahr 2001 vier starke und einander widersprechende Kulturen des Krankenhauses identifiziert: die Kulturen der Heilung, der Pflege, des Managements und der treuhänderischen Verwaltung von Werten der Gemeinschaft. Den Zusammenhang dieser vier Kulturen beschreiben zwar gegenläufige, aber in denselben Dimensionen rechnende Orientierungen der Beteiligten an einem Oben, einem Unten, einem Außen und einem Innen der Organisation des Krankenhauses. Das daraus entstehende Schema ist identisch mit einem Vierfelderschema zur Beschreibung des Krankenhauses, das man aus Talcott Parsons’ Systemtheorie der Handlung ableiten kann, obwohl dies mit zwei etwas anders gelagerten Achsen (Ausdifferenzierung und Reproduktion) arbeitet und somit gegenüber Fragen der Hierarchisierung zunächst einmal Distanz übt. Im Anschluss daran fragt der Beitrag nach einer Erweiterung des Schemas, die auch den mächtigen Negativsprachen des Systems, den Klagen über Krankheiten, Überlastungen, Kosten und immer wieder kompromittierte Werte Rechnung trägt.

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