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Der Frosch, die Fliege und der Mensch

zum Tod von Humberto R. Maturana (14. September 1928 bis 6. Mai 2021), erweiterte Fassung des in der F.A.Z. am 8. Mai 2021 erschienen Nachrufs, mit einigen Anmerkungen zur Forschungsbaustelle “Autopoiesis”

Heinz von Foersters Vermutung und die Kunst

1976 kommt es in Cuernavaca in Mexiko zu einer denkwürdigen Begegnung zwischen Ivan Illich, dem Vordenker einer politischen Ökologie, und Heinz von Foerster, dem Begründer der Kybernetik zweiter Ordnung.

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Mallorca, oder Wir wollen unsere alte Gesellschaft wieder haben

Nicht nur die Querdenker-Bewegung, auch Philosophen rufen angesichts der zur Bekämpfung der Corona-Pandemie erforderlich gewordenen Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens nach der verlorenen Freiheit. Aus soziologischer Sicht ist das bemerkenswert. Es wirft Licht auf eine der Herausforderungen, die die Pandemie mit sich bringt.

weiterlesen… Blog Kultur/Reflexion am 26. März 2021

siehe auch:

Wie sieht der politische Diskurs der Zukunft aus?

Der politische Diskurs der Zukunft sucht nach Möglichkeiten, die natürliche, technische und menschliche Umwelt der Gesellschaft mit einem angemessenen Gewicht gegenüber der innergesellschaftlichen Umwelt der Politik auszustatten. Der Artikel wirbt für eine Arbeit mit den drei Begriffen des Systems, des Prozesses und der Praxis, um den politischen Diskurs der Zukunft zu befähigen, mit einer Situation umzugehen, die traditionelle Semantiken der Politik möglicherweise überfordert. Systeme rechnen mit Umwelten, Prozesse mit einer nur iterativ zu erkundenden (gegenwärtigen) Zukunft und Praktiken mit der Möglichkeit, zwischen Systemreferenzen und Umwelten explorativ zu oszillieren. Ein Anhang veranschaulicht, mit welchen Formen aus dem Formkalkül der politische Diskurs der Zukunft rechnen kann.

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Arbeit an der Form | Working the Form

Call for Papers, deutsch und english

Soziale Systeme: Zeitschrift für soziologische Theorie 27 (2022)

Digitalisierung als Kalkül

Beim Design digitaler Medien spielen Wahrnehmung, Bewusstsein, Kommunikation, Organisation und Technik gleichermaßen eine Rolle. Es lohnt sich, die zugrundeliegenden Systemreferenzen zu unterscheiden. Die hier entwickelte Perspektive stellt dem eingeschränkten umgangssprachlichen Verständnis von Digitalisierung einen theoretisch kontrollierten Begriff gegenüber, fasst digitale Medien als besonderen Fall einer strukturellen Kopplung zwischen den angesprochenen Systemreferenzen und beschreibt ein Kalkül der differentiellen Integration dieser Systeme im Medium ihrer wechselseitigen Plastizität. Damit können implizit gängige Designpraktiken explizit gemacht werden und werden Lerneffekte sowie eine strategische und bei Bedarf ethische Kontrolle der beteiligten Systemreferenzen ermöglicht.

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Technik im Datenraum

Technik ist nicht technisch, sondern gesellschaftlich komplex. Sie ist technisch kompliziert im Sinne einer unübersichtlichen Vielzahl zusammengesetzter Bestandteile, bleibt jedoch nicht nur synthetisch, sondern auch analytisch determinierbar. Man braucht Zeit, einem komplizierten Mechanismus auf die Spur zu kommen, aber es ist möglich. Gesellschaftlich komplex hingegen ist Technik dann, wenn sie nicht nur unübersichtlich, sondern unverfügbar ist. Man hat es mit einer Black Box zu tun, die man im Hinblick darauf, ob sie sich auf gewünschte oder nicht-gewünschte Weise verhält, „kontrollieren“, aber nicht „verstehen“ kann (Ashby).

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Form und Medium der Digitalisierung

Niklas Luhmann hat seinerzeit vorgeschlagen, den „aus der Computerbranche“ importierten Begriff der Digitalisierung zur Beschreibung struktureller Kopplungen zu verwenden, die ein System dazu befähigen, Information aus der Umwelt zu „ziehen“ und eigene Operationen anzuschließen.

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Die Individualisierung des Risikos

Wir haben es noch immer mit dem Anfang einer Pandemie zu tun, die erst zum Abschluss gekommen ist, wenn die sogenannte Herdenimmunität erreicht ist oder ein Impfstoff entwickelt worden ist. Aber mit der beginnenden Lockerung ist eine erste Phase beendet, und es beginnt eine zweite Phase, so die Kanzlerin in einer Pressekonferenz am 6. Mai (siehe Tagesschau vom 6. Mai 2020). Die strengsten Kontaktverbote werden aufgehoben, Läden und Gaststätten werden unter Hygienevorschriften wieder geöffnet, Gottesdienste finden wieder statt, Bibliotheken und Museen dürfen wieder besucht werden, sogar Theater und Konzerthäuser diskutieren über die Wiederaufnahme ihres Betriebs, im Sport wird mit „Geisterspielen“ ohne Zuschauer experimentiert. Währenddessen jedoch ist das Corona-Virus nach wie vor aktiv und bedroht die Lungenkrankheit Covid-19 vor allem ältere und schwächere Mitbürger.

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Ohne Abstand: Über die Gesellschaft und einen Begriff von der Gesellschaft in Zeiten des Kontaktverbots

Soziale Distanz ist das Gebot, gesteigerte Abhängigkeit von der Gesellschaft die Wirklichkeit. Gemeint ist physische Distanz bei direkten Begegnungen von Angesicht zu Angesicht. Aber gleichzeitig vernetzen wir uns elektronisch dichter als je zuvor, verfolgen gebannt die Nachrichten der Massenmedien, machen uns Sorgen um die Familie, die Freunde und die Kollegen. Von zuhause aus arbeiten wir weiter, wo auch immer es geht, kümmern uns um unsere Kinder, halten mit Videokonferenzen Kontakte aufrecht und stellen unsere Lehrpläne um auf digitale Formate. Es geht um ein Virus in der Größe von 125 Nanometer. Niemand weiß, wie verbreitet es tatsächlich ist. Repräsentative statistische Tests, die Auskunft geben könnten, fehlen. Alle anderen Zahlungen, sieht man von den positiv Getesteten, Toten und Geheilten ab, sind Schätzungen. Unser Körper wird zum Fluchtpunkt gesellschaftlicher Maßnahmen, die uns näher nicht rücken könnten. Das erklärt vielleicht auch die Klopapierpanik. Angesichts der viralen Attacke und eines intensivierten gesellschaftlichen Blicks, die vertraute Unterscheidungen in Frage stellen, treffen wir instinktiv dafür Vorsorge, dass sensible Grenzbereiche makellos in Ordnung sind.

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