Skip to content

Nicht die Kunst ist böse, wohl aber…

Nicht die Kunst ist böse, wohl aber die Welt, die sie uns zeigt. Das gilt zumindest dann, wenn man von Hegels Definition des Bösen ausgeht. Böse ist der Einwand des Endlichen gegen das Wahre. Und böse ist die Vertiefung des Geistes in seine eigene Subjektivität. Mit den Kategorien des Wahren und des Geistes – ich komme darauf zurück – hat man heute Schwierigkeiten, doch eine vorläufige Definition des Guten ist erkennbar: Gut ist alles, was eine Verbindung hält, die andere Verbindungen nicht abbricht.

Weitelesen… NZZ, 7.12.2017

Metadaten. Eine Annäherung an Big Data

Wir verstehen die Kultur- und Medienwissenschaften, die Soziologie und andere Formen der Beobachtung von Gesellschaft als Sprachen des Entwurfs von Metadaten zur Kontrolle und zum Vergleich von Daten, die als diese Sprachen genau dann brauchbar sind, wenn es um eine Einschätzung der gesellschaftlichen und kulturellen Bedeutung eines Phänomens geht. Und wir kommen dabei nicht umhin, bereits scheinbar einfache Konzepte wie »Gesellschaft« oder »Kultur« als Metadaten zu verstehen, von denen nicht auf der Hand liegt, welche Listung, Sortierung, Gruppierung und Strukturierung welcher Daten sie jeweils leisten, ganz zu schweigen davon, dass man mit der Frage nach möglichen Unterschieden zwischen kulturwissenschaftlichen, medienwissenschaftlichen und soziologischen (und im Unterschied dazu: sozialwissenschaftlichen) Metadaten konfrontiert wird, die man nur dann geneigt sein kann zu beantworten, wenn kein Kollege, der es anders sehen könnte, in Reichweite ist.

In: Heinrich Geiselberger und Tobias Moorstedt (Hrsg.), Big Data: Das neue Versprechen der Allwissenheit, Berlin: Suhrkamp, 2013, S. 156-186 preprint

Privacy 4.0

1. Ein möglicher Ansatz zu einer soziologischen Rekonstruktion von “privacy” unter den Bedingungen einer nächsten, “digitalisierten” Gesellschaft besteht darin, Privatheit als eine kulturelle Errungenschaft und “Einmalerfindung” der Menschheitsgeschichte zu sehen, die historisch, regional und medial variiert.

Thesen zum Vortrag “Eine Privatangelegenheit: Zum Begriff und Phänomen der privacy” auf der Themenwoche “Reflecting Privacy” des Collegium Helveticum, Zürich, 25. November 2017

Read more…

Operation Kulturreflexion

Und alles wäre gut, hätte sich die aus dem Studium fundamentale entstandene Fakultät nicht den seltsamen Namen einer Fakultät für Kulturreflexion, später sogar, um das eine auf das andere zu beziehen, „Fakultät für Kulturreflexion – Studium fundamentale“, gegeben. Das Stichwort der Kulturreflexion fand man in keinem Konversationslexikon, keinem Lexikon philosophischer oder sozial- und kulturwissenschaftlicher Grundbegriffe, ja bis heute hat es noch nicht einmal einen Eintrag auf Wikipedia. Was steckt hinter diesem Begriff? Und wie verhält sich die Kulturreflexion im Namen dieser Fakultät zu den Themen der Gesundheit und der Wirtschaft in den beiden anderen Fakultäten?

Weiterlesen… Blog Kultur/Reflexion

Die Kontrolle von Intransparenz

Die hier zusammengestellten Aufsätze aus den letzten Lebensjahren Niklas Luhmanns sind im Zusammenhang seiner Vermutung zu lesen, dass die Systemtheorie ein Anwendungsfall einer allgemeineren mathematischen Theorie ist, die George Spencer-Brown mit seinem Formkalkül vorgelegt hat. Die Unterscheidung zwischen System und Umwelt ist nur eine Form unter anderen möglichen Formen.

Weiterlesen… Niklas Luhmann, Die Kontrolle von Intransparenz, hrsg. Dirk Baecker, Berlin: Suhrkamp, 2017 Suhrkamp

Mythos System

Systeme gehören zu den großen Mythen der Moderne. Man entwirft sie, um sich von ihnen zu verabschieden.

Weiterlesen… pdf

Erschienen in: Journal Phänomenologie: Roland Barthes, 42/2017, S. 11–21

Agilität in der Hochschule

Hochschulen sind nicht dafür bekannt, den jeweils neuesten Managementmoden zu folgen. Das gilt auch für das Thema der agilen Produktentwicklung, dem ich hier dennoch einige Überlegungen widmen möchte, weil ich zum einen den Eindruck habe, dass dieses Thema auch Hochschulen dabei helfen kann, sich auf elektronische Medien und digitale Apparate einzustellen, und zum anderen vermute, dass Hochschulen in gewisser Weise immer schon agil gewesen sind. Agilität erlaubt eine Umstellung von primär vertikalen auf primär horizontale Organisationsstrukturen, von Silos auf Netzwerke. Und in Netzwerken ist die Hochschule organisiert, seit sie als akademisch orientierte Universität mit der Wissenschaft (“scientific communities”) und als praktisch orientierte Fachhochschule mit der beruflichen Praxis zu tun hat.

Weiterlesen… pdf

In: die hochschule: journal für wissenschaft und bildung 26, 1 (2017), S. 19–28