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Produktkalkül

Das in diesem Buch vorgestellte Produktkalkül ist als Ergänzung zu betriebswirtschaftlichen Geschäftsmodellen zu verstehen. Geschäftsmodelle beantworten die Frage, wie es einem Unternehmen gelingen kann, eine Wertschöpfungskette so zu organisieren, dass sich das Unternehmen einen Wert aneignen kann, den es für Kunden kreiert. Das ist keine triviale Problemstellung. Jede Produktion wird unter Bedingungen vollzogen, unter denen nicht ausgeschlossen werden kann, dass Kunden, Lieferanten, Konkurrenten oder Behörden in die Position kommen, sich den Mehrwert anzueignen. Die theoretische Fundierung, die man für Geschäftsmodelle zuweilen vermisst, wäre in einer Konflikttheorie der Produktion zu finden.

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Luhmanns Wette

Man kommt sich fast etwas vorlaut (immerhin noch nicht: kleinlaut) vor, wenn man den Versuch unternimmt, Formen neuronaler, mentaler, sozialer und künstlicher Intelligenz miteinander zu vergleichen oder gar eine prinzipielle Überlegenheit der einen oder anderen zu behaupten. Es ist, als würden sich die digitalen Apparate angesichts solcher Versuche bereits ins nicht vorhandene Fäustchen lachen.

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Die digitale Revolution

Aus soziologischer Sicht besteht die -> digitale Revolution in der Einführung und Durchsetzung elektronischer Medien, die es unsichtbaren Maschinen ermöglichen, sich an der Kommunikation unter Menschen zu beteiligen. Die Umstellung der Kommunikation auf diese Möglichkeit führt zu sozialen Strukturen und einer kulturellen Identität der Gesellschaft, die sich von den sozialen Strukturen und der kulturellen Identität der modernen Gesellschaft unterscheiden. Aus soziologischer Sicht ist die digitale Revolution eine Medienkatastrophe, da sie Struktur und Kultur der Gesellschaft dazu zwingt, sich auf Möglichkeiten der Kommunikation einzustellen, mit denen zuvor niemand rechnen musste. Erwartbar ist, dass diese Möglichkeiten zunächst abgelehnt und nur im Modus der Ablehnung zunächst beobachtet und dann modifiziert und durchgesetzt werden. Dieser Prozess ist nichttrivial, das heißt er reagiert auf sich selbst. Die erwarteten Vorteile und Nachteile der Durchsetzung der Digitalisierung sind nicht identisch mit den Vorteilen und Nachteilen, die im Laufe dieses Prozesses tatsächlich sichtbar werden.

Weiterlesen… Staatslexikon der Görres-Gesellschaft, 8. Aufl., 2017, Bd 1, Sp. 1397–1402

Liberal Arts, oder Philosophie, Kunst und Wissenschaft (PKW)

Was leisten Schule und Universität für die Erziehung eines freien Menschen? In der Antike und noch im Mittelalter hätte man geantwortet, dass die Frage falsch gestellt ist. Als freier Mensch wurde man geboren, wenn man das Glück hatte, in eine freie Familie geboren zu werden. Bauern, Handwerker, Gewerbetreibende und Sklaven hatten dieses Glück nicht. Hatte man das Glück, in einer Familie geboren zu werden, die dem Adel angehörte oder andere Formen der Unabhängigkeit erreicht hatte (reiche Kaufleute), übernahm zunächst die Familie die Erziehung und später die Schule und Universität den Unterricht. Man konnte also nur fragen: Was leisten Schule und Universität für den Unterricht des freien Menschen? Man war bereits frei, wenn man Schule und Universität besuchte, und lernte nun, welches Wissen dazu gehört, um dafür sorgen zu können, auch frei zu bleiben.

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Terror, Terrorismus, Terroristen

Die vielleicht wichtigste Unterscheidung fand der Workshop ganz zum Schluss im Vortrag von Maren Lehmann (Zeppelin Universität, Friedrichshafen): Wer nicht zwischen Terror und Terrorismus unterscheidet, verfehlt die soziologische Aufgabe, einen Terrorakt und seine vielfältigen Motiven auf der einen Seite nicht mit der gesellschaftlichen Resonanz auf diesen Akt und die vielfältige Ausbeutung dieser Resonanz durch Experten und Organisationen der Politik, der Religion und nicht zuletzt des Terrorismus selbst auf der anderen Seite zu verwechseln.

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Führungskultur an Schulen

Führung ist für die Kultur einer Organisation verantwortlich, indem sie einen Kontrapunkt setzt. Sie setzt Maßstäbe, Ziele und Rahmenbedingungen, innerhalb derer eine Organisation ihren eigenen Arbeitsstil, ihre Koordinationsmuster und, wenn ich so sagen darf, ihre „Atmosphäre“ finden kann. Die Führung entscheidet also nicht, welcher Kultur sich eine Organisation verpflichtet fühlt, sondern sie setzt innerhalb der Selbstorganisation der Organisation eine spezifische Markierung, zu der sich der Rest der Organisation in ein mal folgsames, mal rebellisches, mal gezwungenes, mal ironisches Verhältnis setzt.

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In: Schulverwaltung: Fachzeitschrift für Schulentwicklung und Schulmanagement 5, Heft 2 (2017), S. 46–48; siehe auch in: Gespräche: Das Magazin der pädagogischen Hochschule OÖ, Jänner 2017, S. 3–4.

Systemtheorie, als Philosophie

Über Claus-Artur Scheier, Luhmanns Schatten: Zur Funktion der Philosophie in der medialen Moderne, Hamburg: Meiner, 2016

Ausgangspunkte: Funktionslogik statt Formkalkül; Fremdreferenz statt Selbstreferenz; Bewusstsein nicht als psychisches System… Blog Kultur/Reflexion