Skip to content

Swoosh, oder Das Rauschen der E-Mail

Abstract: Am Beispiel des Swoosh, des Tons im Macintosh-Betriebssystems für das erfolgreiche Versenden einer E-Mail, untersucht der Aufsatz den Beitrag kulturell verankerter Werte an der Kommunikation mit unsichtbaren Maschinen. Dieser Beitrag kann nur gewürdigt werden, so die These des Aufsatzes, wenn man kulturelle Werte im Sinne der Handlungstheorie von Talcott Parsons als einen der vier funktional erforderlichen Aspekte jeder Handlung analysiert (L). Die anderen drei Werte sind im AGIL-Schema die Anpassung an eine physische, materielle und technische Umwelt (A), der Bezug auf die prädiktive Zielorientierung von Organismus und Persönlichkeit (G) sowie die Differenzierung von und Integration von anderen Handlungen und in andere Handlungen (I). Das Swoosh signalisiert eine weniger als geringe (»inframince«, »infrathin«), nämlich flüchtige Verknüpfung der orthogonal zueinander stehenden Black Boxes Maschine, Körper, Bewusstsein und Gesellschaft. Es entsteht eine Kultur, in der für den Moment noch offen gehalten wird, wer wen kontrolliert, die Kalküle der Berechenbarkeit jedoch bereits immer unberechenbarer werden.

weiterlesen… preprint

eingereicht bei der Zeitschrift für Kulturphilosophie

Im Formlabor

Das Konzept der Form v6, pdf

Why Catjects? v3 pdf

 

A Calculus of Negation in Communication

The paper compares Claude E. Shannon’s mathematical theory of communication to George Spencer-Brown’s calculus of indications. Whereas the former proposes a probabilistic understanding of information and a redundant world of a code shared among sources and destinations of messages, the latter proposes to start with not just binary but general negation and to account for observers either following a call or crossing the distinction being called.

Read more…

Endlich Nebel

Es stimmt optimistisch, wenn man liest, dass die Computerwissenschaften nach der Cloud nun den Fog propagieren, zumal damit kein Wechsel zu einem neuen Prinzip, sondern eine Ergänzung gemeint ist. Der Nebel ergänzt die Wolke um die Möglichkeit eines zwischen designierten Nutzern abgesicherten Datenverkehrs (wikipedia).

Read more…

Die Stadt im Tetralemma

“Wer über eine Stadt nachdenkt oder sich in ihr bewegt, bekommt es mit fünf und nur fünf möglichen Positionen ihrer Beobachtung zu tun. (…)

Read more…

Nicht die Kunst ist böse, wohl aber…

Nicht die Kunst ist böse, wohl aber die Welt, die sie uns zeigt. Das gilt zumindest dann, wenn man von Hegels Definition des Bösen ausgeht. Böse ist der Einwand des Endlichen gegen das Wahre. Und böse ist die Vertiefung des Geistes in seine eigene Subjektivität. Mit den Kategorien des Wahren und des Geistes – ich komme darauf zurück – hat man heute Schwierigkeiten, doch eine vorläufige Definition des Guten ist erkennbar: Gut ist alles, was eine Verbindung hält, die andere Verbindungen nicht abbricht.

Weitelesen… NZZ, 7.12.2017

Metadaten. Eine Annäherung an Big Data

Wir verstehen die Kultur- und Medienwissenschaften, die Soziologie und andere Formen der Beobachtung von Gesellschaft als Sprachen des Entwurfs von Metadaten zur Kontrolle und zum Vergleich von Daten, die als diese Sprachen genau dann brauchbar sind, wenn es um eine Einschätzung der gesellschaftlichen und kulturellen Bedeutung eines Phänomens geht. Und wir kommen dabei nicht umhin, bereits scheinbar einfache Konzepte wie »Gesellschaft« oder »Kultur« als Metadaten zu verstehen, von denen nicht auf der Hand liegt, welche Listung, Sortierung, Gruppierung und Strukturierung welcher Daten sie jeweils leisten, ganz zu schweigen davon, dass man mit der Frage nach möglichen Unterschieden zwischen kulturwissenschaftlichen, medienwissenschaftlichen und soziologischen (und im Unterschied dazu: sozialwissenschaftlichen) Metadaten konfrontiert wird, die man nur dann geneigt sein kann zu beantworten, wenn kein Kollege, der es anders sehen könnte, in Reichweite ist.

In: Heinrich Geiselberger und Tobias Moorstedt (Hrsg.), Big Data: Das neue Versprechen der Allwissenheit, Berlin: Suhrkamp, 2013, S. 156-186 preprint